Blog von FraLi

Im Straßenverkehr gilt das Rechtsfahrgebot und überholt werden darf nur auf der linken Spur. Das gilt auch für Menschen, die auf Fahrrädern unterwegs sind. Etwas unübersichtlich scheint die Situation auf Extrastreifen neben Fahrstraßen zu sein. Wenn überhaupt, dann gibt es außerhalb von Ortschaften meist solche Fahr-/Gehwegstreifen nur auf einer Straßenseite. Wenn man links von der Fahrbahn auf dem Sonderstreifen fährt, gilt ebenfalls das Rechtsfahrgebot. Dass mir Falschfahrer entgegenkommen, kenne ich schon. Aber auf einem linken Fußgänger-/Fahrradstreifen von einem Radler rechts überholt zu werden, verblüffte mich dann doch. Kurz zuvor wurde ich noch angebimmelt. Gut, dass ich nicht sofort nach rechts auswich, links war genügend Platz, denn sonst hätte es einen Zusammenstoß gegeben.

Nun, links wäre Platz zum Überholen gewesen. Die illegale Wahl der Überholspur hat mich dann doch ins Grübeln gebracht. Im Zweifel rechts zu überholen ist recht?

Politisch drängelt sich angeblich alles in der Mitte. Es liegt mir ferne, mich dort zu verorten, zumal undeutlich ist, was alles der politischen Mitte zugeordnet werden kann. Sich aber im Recht zu wähnen, wenn man politisch rechts ist, halte ich für einen Trugschluss.

Haben Menschen das Recht und die Freiheit den Staat als Ausdruck der mehrheitlichen Gesellschaft als Gegner zu betrachten und ihr eigenes Gutdünken als Ausdruck von Freiheit und als Recht zu betrachten? Darf man diese Art von Intoleranz tolerieren?

Gibt die Tatsache, dass sich Menschen als links definieren, Freiheit rechts zu tun, was man will, ohne Rücksicht auf den Rest der Gesellschaft, sei er politisch indifferent oder sonst etwas?

Gewaltanwendung ist allenfalls in Notwehrsituationen akzeptabel. Rechts zu sein und sich damit im Recht zu wähnen und sich Freiheiten auf Kosten von anderen zu nehmen, ist inakzeptabel.

Ich empfehle, einmal das Buch "Von der Pflicht" von Richard David Precht zu lesen.

Von der Pflicht